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Radio International am Schwarzwasser

Sender für Literatur, Bildung und Landklang

Überall Festspiele

Die Politik eiert rum,
die Natur muckt auf,
der Untergang nimmt seinen Lauf

Am Lagerfeuer

turnen die Sommermücken,
schlagen Haken wie Ösen.
Die Rotweinseligen vor sich hinne dösen.

Ein Blaustrumpf aus L.E.

hat sich verlaufen bei den Heidelbeeren,
und verweilt eine kurze Weile.
Mit der Revolution hat es doch keine Eile.

Eine Gülleorgel

zum Sonnenuntergange
munter aufspielte,
wobei die Nase etwas schielte.

Pressemitteilung

Der Schwarzwasser Verlag im sächsischen Königswartha (Landkreis Bautzen) wendet sich in Sachen Hörfunk gegen den Trend: Das am Wochenende ins regionale Kabelnetz eingespeiste HörWortRadio ist nach Angaben des Verlages vom Montag Deutschlands erster reiner Wortsender. Musik sei laut Lizenz nur als Untermalung des künstlerischen Wortes erlaubt. Das 40stündige Wochenendprogramm enthält Literatur-Specials sowie Hörcollagen von Inszenierungen des Dresdner Staatsschauspiels, sagte Produzent Gottfried Blumenstein. Statt aktueller Nachrichten würden die schlechten «Nachrichten von morgen» poetisch vorweggenommen und visionär zur Sprache gebracht, Fußballverse, Schmähreime und Anti-Dopinggedichte ersetzten die üblichen Sport-Reports. Für Kinder seien Kurzgeschichten und von Schülern gestaltete Hörcollagen im Angebot. In der Nacht schließlich werde – auf einem Soundteppich – aus Telefonbüchern rezitiert: Zum Auftakt waren es die von New York, Sao Salvador und Rom. (dpa)

20. Woche 2016

Oje, Oje – droht jetzt etwa ein generelles Sommerferienfahrverbot für deutsche Automobile? Das Verkehrsministerium hat heimlich Messungen an verdächtigen Modellen renommierter Hersteller durchgeführt, hält diese zwar offiziell bislang unter Verschluss in der Ministerschublade, aber diverse Plaudertaschen aus dem Ministerium haben hier und da geraunt, dass etwa 30 fahrbare Untersetzer weit überzogene CO2Werte ausspucken, wenn sie sich in Bewegung setzen. Im Stillstand in der Garage sind allerdings die Werte nicht weiter auffällig. Ein Mysterium im Ministerium. Angeblich sollen jetzt die Tests sogar noch weiter gehen, bis alle Automobile auf dem Index stehen. Ob es soweit kommt, entscheidet dann letztlich der bebrillte Minister, von dem in der vergangenen Woche im Fernsehfunk die Frage aufkam, was der beruflich eigentlich so treibe. Jetzt scheint die Katze aus dem Sack gehüpft zu sein: Er ist wie sein Vor-Vor-Vorvorgänger Wichmann Automobillobbyist. Ein ehrenwerter Beruf, der zurecht auch ordentlich bezahlt wird.

Seltsamerweise haben neben den CO2-Messungen auch Untersuchungen stattgefunden, die den Verbrauch von Benzin, Diesel oder Gas auf Herz und Niere geprüft haben. Was da in den Fahrzeugpapieren stand, deckte sich kaum mit den tatsächlichen Tankständen. Bislang konnte man dies den Autofahrern und vor allem Innen in die Schuhe schieben, die einfach zu blöd waren, den Fuß auch mal vom Gas zu nehmen. Insonderheit an der Kreuzung. Jetzt scheint es aber so zu sein, dass das System aus Betrug und Rosstäuscherei Methode hat, die zu, falls es ernst wird (haha!), Schadensersatzklagen der Käufer führen könnten, im besten Fall sogar mit Rückabwicklung des unlauteren Kaufvertrags plus Schadensersatz. Das wäre mal was. Und selbst der Staat, wenn er denn Mumm in den Knochen hätte, könnte sich wegen falscher Herstellerangaben, was die Emissionen betrifft, die KFZ-Steuer nachjustieren. Erste Berechnungen sprechen allein für 2016 von reichlich zwei Milliarden EUR, für die die Kanzlerin und der Finanzminister ziemlich lange hätten stricken müssen.

Mit dem Knowhow, was unsere Autoindustrie an Beschiss und Trickstertum auf der Pfanne hat, wäre man beim Eurovisionsschlagerwettbewerb nicht derart in den Seilen K.o hängen geblieben. Da hätte man ein, zwei geschmierte Lobbyisten ordentlich platziert in die Jury und zumindest ein vorletzter Platz wäre herausgesprungen, aber wieder nur Letzter – das ist für die Musiknation, man denke nur an Brahms, Reger und Lachenmann, ziemlich unter aller Kanone. Was Udo dazu sagt, der jetzt tatsächlich 70 geworden ist, wurde nicht überliefert.